Super-Sync / HSS oder extrem kurz Blitzen? (Teil I)

Super-Sync / HSS oder extrem kurz Blitzen?

Was ist Super-Sync und wo ist der Unterschied zu HSS (High Speed Sync)?
Wann nutze ich HSS, wann Super-Sync oder reicht es, eine schnelle Aktion innerhalb der Synchronisationszeit mit dem Verschluss zu belichten und das Bild durch extrem schnelle Blitze einzufrieren?
Wie immer im Leben, gibt es viele Möglichkeiten das Ziel, eine schnelle Bewegung „einzufrieren“, zu erreichen.
Der Lösungsweg ist von vielen Faktoren abhängig und ich behaupte einfach einmal, vor allem von deinem Equipment.
Nun ist die Reichweite von myphoto4fun nicht so hoch, dass sich eine exakte Ausarbeitung zu diesem Thema lohnen würde, dennoch ist das Thema so interessant, dass ich mir ein paar Zeilen nicht verkneifen kann. Es geht mir darum, unsere Tests und Testergebnisse mit den Besuchern unserer Website oder Facebook Seite zu teilen.

Bevor es zu den Super-Sync Tests geht, schreibe ich im kurzen Doku-Style ein paar langweilige Grundlagen.

Schlitzverschluss

Der Sensor wird mit einem Schlitzverschluss, der aus zwei Jalousien besteht, belichtet. Die erste Jalousie fährt auf und die zweite Jalousie fährt in die gleiche Richtung und schließt wieder.

Blitzsynchronzeit

Die Blitzsynchronzeit ist die kürzeste wählbare Verschlusszeit, bei der der Verschluss einer Kamera kurzzeitig vollständig geöffnet ist und das Licht eines Blitzgerätes somit den Sensor vollständig beleuchten kann. Es wird also die erste Jalousie aufgefahren, der Sensor ist komplett freigelegt und dann fährt die zweite Jalousie und verdeckt den Sensor wieder. Wird eine kürzere Verschlusszeit als die Synchronisationszeit an der Kamera eingestellt, bilden die beiden Jalousien einen Schlitz und fahren etwas zeitversetzt über den Sensor.

Warum kürzer als die Synchronisationszeit belichten?

Zum einen kann es in der Peoplefotografie sein, dass ihr am Tage bei viel Gegenlicht offenblendig fotografieren möchtet (Thema Tiefenschärfe). Angenommen du möchtest unbedingt f/2.8 nutzen und du hast zu viel Licht am Set, um innerhalb der Synchronisationszeit zu bleiben oder möchtest sogar zusätzlich einen Aufhellblitz nutzen.

Ein weiterer Grund kann sein, dass du eine Bewegung einfrieren möchtest, wie wir in unserem Color Splash Shooting oder bei Sportshootings.

Lösungsmöglichkeiten

1. HSS (High Speed Sync)

Hier wird während der Verschlusszeit (Belichtungszeit) von einem Blitz (meist Systemblitz) eine sehr schnelle Abfolge von Blitzen abgefeuert. Dadurch erfolgt eine gleichmäßige Belichtung auf dem Sensor obwohl nur ein schmaler Schlitz über den Sensor läuft. Im Prinzip ist der HSS Blitz wie ein Dauerlicht während der Verschlusszeit zu betrachten.

Nachteil: Die Blitzleistung ist geringer als bei einem einzigen hellen Blitz. Diese Betriebsart wird oft nur von Systemblitzen angeboten, die von Haus aus nicht besonders kräftig sind, günstige starke Studioblitze unterstützen kein HSS.

Vorteil: Wird nur ein Aufhelllicht benötigt ist HSS eine sehr einfache und günstige Möglichkeit mit einfachen Systemblitzen ein Aufhelllicht zu erzeugen. Was machen wir nun, wenn wir mehr Bums brauchen und ein Systemblitz bei weitem nicht die Lichtmenge im HSS Mode zur Verfügung stellt?

2. Super-Sync

Um zu wissen ob du Super-Sync für dich nutzen kannst musst du wissen, wie lange dein Blitz abbrennt. Ich zeige hier mal zwei Skizzen, anhand derer du beurteilen kannst, wann Super-Sync funktioniert.

SuperSync Bild A

SuperSync Bild A

Im Bild A ist die Abbrenndauer des Blitzes innerhalb der Verschlusszeit. Für diese Verschlusszeit ist der Blitz zu langsam, um eine gleichmäßige Ausleuchtung des Sensors zu erreichen.

SuperSync Bild B

SuperSync Bild B

Im Bild B ist die Abbrenndauer des Blitzes gegenüber der Verschlusszeit lang genug um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Hier ist das Problem, dass der Blitz so gezündet wurde, dass die Belichtung in der steigenden Flanke erfolgte. Es würde bei diesem Timing ein starker Helligkeitsverlauf auf dem Bild zu sehen sein.
Diese Grundlagen sind wichtig für Tests an eurem Equipment und um den zweiten Teil über dieses Thema zu verstehen.

3. Schnelles Blitzen innerhalt der Synchronisationszeit

Eine weitere Möglichkeit besteht darin die Kamera innerhalb der Verschlusszeit zu betreiben und mit einem oder mehreren sehr schnellen Blitzen das bewegte Motiv so kurz anzublitzen, dass das Motiv eingefroren wird. Diese Technik ist dann möglich, wenn die Lichtmenge vom Umgebungslicht während der Verschlusszeit gegenüber der Lichtmenge, die von den Blitzen erzeugt wird, vernachlässigbar ist.

SuperSync Bild C

SuperSync Bild C

Beispiel: Das Umgebungslicht solltest du möglichst gering halten. Zur Beurteilung machst du ein Testbild mit 1/50sek und Blende 11. Ist das Bild stark unterbelichtet, kannst du diese Technik anwenden. Du solltest dann wie folgt vorgehen:
Synchronisationszeit deiner Kamera nutzen ( 1/160sek – 1/250sek ), Blende soweit schließen, dass das vorhandene Umgebungslicht nicht entscheidend zur Belichtung beiträgt. Die Blitze werden ganz normal gezündet und die Blitzleistung solange erhöht, bis die Belichtung stimmt. Die Blitzleistung der Blitze nur solange erhöhen, bis gerade eben noch keine Bewegungsunschärfe entsteht. Sollte die Belichtung nicht ausreichen, öffnest du entweder ein wenig die Blende oder nimmst weitere schnelle Blitze hinzu.

Ungeeignet sind günstige Studioblitze. Diese Blitze haben alle eine viel zu lange Abbrennzeit. Gut geeignet sind Systemblitze und extra schnelle Studioblitze. Auf die Abbrennzeiten von T=0,5 oder T=0,1 möchte ich in diesem kurzen Beitrag nicht eingehen.

In Teil II geht es darum zu schauen, welche der drei Möglichkeiten für das vorhandene Equipment das beste Ergebnis liefert. Also ein gleichmäßig belichtetes Bild mit der geringsten Bewegungsunschärfe bei schnell bewegten Motiven.
Außerdem werde ich eine kostenlose kurze Version von Testergebnissen, von dem von mir getesteten myphoto4fun Equipment, veröffentlichen.

Have Fun!

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